Apenburger feiern mit zahlreichen Gästen 140 Jahre Freiwillige Feuerwehr und 70 Jahre Spielmannszug

Mit einem großen Fest feierten die Apenburger 140 Jahre freiwillige Feuerwehr und 70 Jahre Spielmannszug. Dabei kam sogar hoher Besuch in den kleinen Ort.

Innenminister Holger Stahlknecht (links), Landtagsabgeordneter Carsten Borchert, Wehrleiter Ronny Runge und Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Olms pumpten mit vereinten Kräften das Wasser aus der 118 Jahre alten Handdruckspritze. Fotos: Walter Mogk VOLKSSTIMME

 

Apenburg l Zwischen Terminen in Haldensleben und Halle fand Innenminister Holger Stahlknecht noch Zeit für einen kurzen Abstecher nach Apenburg. Schließlich feierte dort die Freiwillige Feuerwehr ihr 140-jähriges Bestehen. „Da möchte ich einfach mal denjenigen meinen Dank aussprechen, die dieses schwere Ehrenamt ausüben“, erklärte Stahlknecht vor den am Lindenwall angetretenen Kameraden. Die Feuerwehr gehöre zum Dorf und sei ein Stück gelebte Heimat.

Der Minister kam nicht mit leeren Händen. Zur Feier des Tages und zur Freude der Besucher gab er kurzerhand ein Fass Freibier aus. Doch zuvor war Muskelkraft gefragt. An der alten Apenburger Handdruckspritze aus dem Jahr 1901 pumpten Stahlknecht, Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Olms, der Landtagsabgeordnete Carsten Borchert und Wehrleiter Ronny Runge Wasser in den Schlauch, den Apenburg-Winterfelds Bürgermeisterin Ninett Schneider beim Ein-Frau-Löschangriff auf die „brennende“ Hausattrappe richtete.

Zur Freude der zahlreichen Zuschauer sprang plötzlich die Schlauchkupplung ab und bescherte dem Pumpteam eine unfreiwillige Dusche. Wer nicht gleich nass wurde, bekam von Ninett Schneider den Rest, als diese das Strahlrohr kurzerhand umdrehte.

Die Stimmung im aufgebauten Festzelt war schon beim Kommersabend prächtig. Vor zahlreichen Ehrengästen, Feuerwehrkameraden aus Apenburg und Umgebung sowie vielen Apenburgern ließ Günter Schröder die 140-jährige Geschichte der Wehr und 70 Jahre Spielmannszug, die ebenso gefeiert wurden, Revue passieren. Die an die Wand projizierten alten Aufnahmen erzählten von Großbränden im Ort, vom alten Spritzenhaus in der Cheinitzer Straße, das auch als Gefängnis diente, und von der Starthilfe, die die Salzwedeler Wehr den Apenburgern 1879 leistete.

Der Spielmannszug wurde zwar erst 1949 gegründet, konnte sich aber auf einige Vorläufer stützen. So besaßen der Männerturnverein (MTV) Apenburg und die Schützengilde jeweils eigene Kapellen. Höhepunkt in der Geschichte des Spielmannszuges war die Ausrichtung des Landestreffens der Musikeinheiten, das 1999 in Apenburg stattfand.

Die aktive Truppe, die Jugendwehr und die „Löschwichte“ von der Kinderfeuerwehr zeigten beim kleinen Löschangriff ihr Können. Dabei wurden auch die neuen Schläuche eingeweiht, die der Apenburger Mark Wöllmann der Jugendwehr gesponsert hatte.

Für Stimmung im Festzelt sorgte die Band „No Limit“, die zum Tanz aufspielte. Bis in den frühen Morgen ließen es die Feuerwehrleute und ihre Gäste krachen – und standen trotzdem pünktlich zum Morgenappell, zu dem Wehrleiter Ronny Runge und Spielmannszug-Chef Marco Schröder antreten ließen, wieder stramm.

Apenburg-Winterfelds Bürgermeisterin Ninett Schneider brauchte als Ein-Frau-Angriffstrupp nur noch zu vollenden. Fotos: Walter Mogk VOLKSSTIMME

Einer der Höhepunktewar der große Umzug durch den Ort. Musikalisch begleitet vom Spielmannszug und der Schalmeienkapelle der Diesdorfer Wehr marschierten die Teilnehmer zum Kriegerdenkmal, wo André Margowski und Heinz-Herrmann Wille zu Ehren der Gefallenen beider Weltkriege einen Kranz niederlegten. Mit dabei beim Umzug waren auch historische Feuerwehrtechnik und Einsatzfahrzeuge der Nachbarwehren aus Recklingen, Winterfeld, Altensalzwedel und Stapen.

Mit einem zünftigen Frühschoppen klang das Jubiläumswochenende aus. Dabei überbrachten auch die Kinder der Kita und der Grundschule mit einem extra auf den Anlass zugeschnittenen Programm ihre Glückwünsche.

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