Wenn die Einwohner des Flecken Apenburg-Winterfeld auf das zu Ende gehende Jahr zurückblicken, fallen ihnen ganz sicher zuerst die beiden Großbaustellen ein. Neben der Erneuerung der Purnitzbrücke bei Altensalzwedel war es dabei vor allem die Sanierung der Winterfelder Ortsdurchfahrt, die zu monatelangen Vollsperrungen und Umleitungen sowie einer Verkehrsbelastung für die Dörfer in der Umgebung führte. „Auch wenn es nicht unsere Baumaßnahmen waren, sind wir als Gemeinde doch immer mit im Boot gewesen und haben mit dem Kreis und den Baufirmen gut zusammengearbeitet“, resümierte Bürgermeisterin Ninett Schneider im Volksstimme-Gespräch. Auf Bürgerhinweise sei zeitnah reagiert worden, so konnte größerer Ärger zumeist vermieden werden.

Mit neuem Wertstoffhof sorgsam umgehen

Ein wichtiger Schritt sei zudem die Eröffnung des Wertstoffhofes in Apenburg gewesen, auf dem die Einwohner ihre Grünabfälle abgeben können. „Jetzt kommt es darauf an, dass alle damit sorgsam umgehen und dies nicht missbrauchen“, appellierte die Ortschefin. Schließlich habe es bereits Fälle gegeben, dass Leute ihren Grünschnitt einfach vor die Tore der Anlage gekippt haben. „Das darf nicht passieren. Damit wird das Projekt in Frage gestellt und eine Schließung des Wertstoffhofes riskiert“, warnte Schneider.

Mit der Machbarkeitsstudie, die Planerin Christa Ringkamp (links) nach Zuarbeit der Einwohner und der Gemeinde erstellte, konnte ein großer Schritt in Richtung Zukunftssicherung des Apenburger Waldbades getan werden. Fotos: Walter Mogk VOLKSSTIMME

Was die Ordnung und Sauberkeit in der Gemeinde angeht, gebe es Licht und Schatten. Zum einen sei viel Eigeninitiative zu beobachten, die Dörfer schöner zu gestalten und beispielsweise Blühwiesen und –streifen wie in Quadendambeck oder auf der Fläche des abgerissenen Hauses Glupes Erben in Apenburg anzulegen, zum anderen gebe es immer wieder Fälle von illegaler Müllentsorgung in Wald und Flur. „Das ärgert mich maßlos. Wer das macht, tritt das Engagement der Menschen mit Füßen“, meinte die Bürgermeisterin.

Ninett Schneider dankte den Mitarbeitern der Umwelt und Landschaftssanierung und den Gemeindearbeitern für ihren Einsatz bei der Pflege des Ortsbildes. Letztere hätten sich inzwischen auch in Sachen Baumschnitt qualifiziert und die dafür benötigte Technik erhalten. „Sie gehen gemeinsam Ort für Ort durch, beschneiden die Bäume und schreddern das Material gleich vor Ort“, berichtete sie.

Positiv sei auch die Saison im Apenburger Waldbad verlaufen. Hier hob Schneider vor allem den Einsatz von Emanuel Schwarz hervor, der über eine Maßnahme des Arbeitsamtes im Bad beschäftigt ist und in dieser Aufgabe voll aufgeht. „Das ist gelebte Integrationsarbeit“, so die Bürgermeisterin. Mit der Machbarkeitsstudie für das Waldbad habe man die Voraussetzung für die Beantragung von Fördergeldern geschaffen, um die Einrichtung zukunftssicher gestalten und dort investieren zu können. „Es spricht nichts dagegen, das Waldbad auch 2022 zu öffnen. Der Wille des Rates dafür ist da, auch wenn die formelle Entscheidung noch gefällt werden muss“, erklärte Schneider.

Gut vorangekommen ist der Flecken im vergangenen Jahr auch mit der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf stromsparende LED-Leuchten, vor allem im Zuge der Straßenbaumaßnahmen. Im nächsten Haushalt könnte eine größere Summe eingestellt werden, um straßenzugweise auch die größeren Orte wie Apenburg umzurüsten.

Mit der verabschiedeten Leitlinie für die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen habe man zudem ein gutes Rüstzeug an die Hand bekommen, sich einerseits als Gemeinde in angemessener Form an der Energiewende zu beteiligen, ohne zugleich Wildwuchs zu befördern.

Ninett Schneider lobte zudem die Arbeit des Gemeinderates, der sich gefunden habe. „Wir pflegen einen konstruktiven Umgang miteinander und sehen, dass wir effektiver arbeiten und Projekte schrittweise zum Abschluss bringen können, wenn wir uns nicht immer gegenseitig blockieren. Das freut mich persönlich besonders“, meinte die Ortschefin.

Wissenswertes

Der Flecken Apenburg-Winterfeld ist am 1. Juli 2009 aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Apenburg, Winterfeld und Altensalzwedel gebildet worden. Er hat 1699 Einwohner (31. Dezember 2020) und umfasst eine Fläche von 59,31 Quadratkilometern.

Ortsteile des Flecken Apenburg Winterfeld sind Altensalzwedel, Apenburg, Baars, Hagen, Klein Apenburg, Quadendambeck, Recklingen, Rittleben, Saalfeld und Winterfeld.

In der Gemeinde sind zahlreiche Vereine aktiv, darunter mit dem Winterfelder Sportverein, der im nächsten Jahr 100. Geburtstag feiert, einer der mitgliederstärksten im gesamten Altmarkkreis. In Apenburg lockt das Waldbad zu einem Sprung ins kühle Nass.

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten gehören neben den romanischen Dorfkirchen das Winterfelder Großsteingrab und die Alte Burg zu Apenburg. In letzterer finden regelmäßig Mittelalter-Veranstaltungen und Theateraufführungen statt, darunter das gut besuchte Burgfest am ersten September-Wochenende.

(Quelle: Volksstimme Walter Mogk

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