Die Windkraftfirma wpd stellt unmissverständlich klar, dass sie keine Erweiterung des Windparks Cheinitz-Zethlingen auf Apenburg-Winterfelder Gebiet plant. Entsprechende Überlegungen habe man schon lange verworfen.

APENBURG-WINTERFELD. Soll der bestehende Windpark Cheinitz-Zethlingen auch auf Apenburg-Winterfelder Gemeindegebiet erweitert werden? Entsprechende Gerüchte halten sich nach wie vor hartnäckig und wurden von der scheidenden Bürgermeisterin Ninett Schneider während der jüngsten Ratssitzung befeuert, die dem Windpark-Betreiber wpd mangelnde Transparenz vorwarf.

Der Windpark Cheinitz-Zethlingen soll auf Wunsch des Betreibers zwar erweitert werden, aber nicht auf Apenburg-Winterfelder Gemeindegebiet.

Fakt ist: Der Abwägungsvorschlag der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark zum Entwurf des Regionalen Entwicklungsplans, der während der Sitzung am 25. November 2025 beschlossen wurde, sieht eine geringfügige Erweiterung des bestehenden Vorranggebiets nach Westen bis an die Bundesstraße 71 vor. Die Fläche würde sich damit von 125 auf 144 Hektar vergrößern. Apenburg-Winterfelder Gemeindegebiet wäre davon nicht betroffen.

„Unsere Idealvorstellung ist, Bestandswindparks zu erweitern, bevor wir neue Flächen bebauen“, erklärte der Leipziger wpd-Niederlassungsleiter Bernhard Krede während eines Pressetermins am Montag in Winterfeld. Dazu gehöre auch eine Erweiterung des Windparks Cheinitz-Zethlingen. „Allerdings nur auf dem Gebiet der Gemeinde Kalbe, nicht in Apenburg-Winterfeld“, machte er klar.

Im November 2024 habe man die umliegenden Gemeinden angefragt, ob es Interesse an einer Erweiterung gibt. Mit Grundstückseigentümern, auch in der Apenburg-Winterfelder Gemarkung, wurden Vorverträge abgeschlossen. „Wir haben von den Kommunen und den Eigentümern verschiedene Signale empfangen“, so Krede. Letztlich habe man aber festgestellt, dass eine Windpark-Erweiterung auf Apenburg-Winterfelder Gebiet „nicht so richtig erfolgversprechend ist“.

„Und das ist auch der Stand“, bestätigte wpd-Projektleiter Fabian Wolter, der bereits während eines Bürgerinfoabends im September 2025 in Winterfeld versichert hatte, dass wpd nichts Konkretes im Flecken Apenburg-Winterfeld plane und man deshalb auch nichts vorstellen könne. Er sei davon ausgegangen, dass damit alles klar sei, und es habe ihn überrascht, dass während der jüngsten Ratssitzung erneut gegenteilige Behauptungen auf den Tisch kamen.

Für Bernhard Krede ist die Diskussion über Windpark-Erweiterungen, die gar nicht geplant sind, und über mangelnde Transparenz sogar „geschäftsschädigend“. „Damit wird nämlich der Eindruck erweckt, dass wir kein vertrauenswürdiges Unternehmen sind“, meinte er. Doch das sei nicht der Fall. Wenn es ein Projekt gibt, habe wpd die betroffenen Kommunen und die Bürger immer einbezogen und informiert.

Und was ist mit den Vorverträgen auf Apenburg-Winterfelder Seite? Die werden wohl größtenteils bestehen bleiben, um Baulasten abzudecken und eine „großräumige Akzeptanzfläche“ zu schaffen, erklärte Krede.

Bürgermeisterin Ninett Schneider bat um Verständnis für die aufgekommenen Irritationen. Es sei immer wieder an die Gemeinde herangetragen worden, dass doch eine Erweiterung auf ihr Gebiet geplant sei. Deshalb habe man um eine Vorstellung seitens wpd gebeten, um danach die Meinung der Bürger einzuholen. „Denn erst wenn die klar ist, kann der Rat entscheiden. So haben wir es immer gehandhabt, auch bei den Solarparks“, meinte sie. Dass jetzt seitens des Unternehmens klipp und klar versichert wird, dass keine Erweiterung auf Apenburg-Winterfelder Gebiet gewollt ist, sei gut und beende das Thema.

Auch ihr Nachfolger Mark Wöllmann, der morgen das Bürgermeisteramt antritt, begrüßte die „ganz klare Absage, die uns bisher gefehlt hat“. Es sei zu dem Thema immer wieder Unruhe entstanden, ausgelöst von Landeigentümern, die man nicht habe deuten können. „Wir waren uns nicht sicher, ob wpd im Hintergrund nicht doch weiter agiert“, meinte Wöllmann. Doch jetzt herrsche Klarheit.

Von Walter Mogk

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