1.453 Plastikflitzer gingen bei der 21. Auflage der Apenburger Traditionsveranstaltung auf die Strecke. Es gab zahlreiche Führungswechsel und unerwartete Pausen.

#APENBURG  Niedrige und hohe Pegelstände der Purnitz, Wasser von oben und starker Wind, all das haben die Veranstalter und Besucher des Apenburger Entenrennens in den vergangenen 20 Jahren schon erlebt. Doch die 21. Auflage brachte am Sonntag noch einmal eine Premiere. „So eine Hitze hatten wir noch nie“, stöhnte Cheforganisator und Sportvereinschef Helmut Hardenberg. Mehr als 36 Grad zeigte das Thermometer an. Entlang der Rennstrecke versuchte jeder der nur wenigen Schaulustigen, jede nur erdenkliche Schattenecke auszunutzen.

Trotz der Hitze verfolgten Schaulustige das Wettschwimmen der gelben Entenarmada. Trug der führende Plastikflitzer die eigene, reservierte Startnummer auf dem Bauch, keimte Hoffnung auf einen der ausgelobten Preise auf.Fotos: Walter Mogk

Mit 1.432 Plastikenten war das Feld in diesem Jahr etwas kleiner als beim Rekord 2025. Damals gingen 1.755 Enten von der kleinen Brücke am Park aus auf die Strecke. Eilig hatten es die Gummitierchen nicht. Immer wieder steuerten sie die Uferböschung an und gönnten sich eine Pause. Weil der Wind zuweilen kaum wehte, blieb das gesamte gelbe Feld auch schon mal mitten im Fluss stehen und weigerte sich weiterzuschwimmen. Bis plötzlich eine Rückenwindböe für Schwung sorgte.

Premiere für Ersatztreiber

Immer wieder gab es Ausreißversuche. So sprintete die Ente mit der Nummer 1212 zwischenzeitlich allen davon, gewann souverän die Bergwertung und meisterte auch als erste die berüchtigten Stromschnellen an den Anglerteichen, nur um sich anschließend im Schilf zu verkeilen.

Sebastian Schäfer feierte eine gelungene Premiere als Ententreiber. Seine Aufgabe: Aufpassen, dass keine Rennente verloren geht.

Während die Zuschauer versuchten, ihre Patentierchen im Feld zu erspähen und anzufeuern, hatte Ententreiber Sebastian Schäfer den schwersten Job bei den schweißtreibenden Temperaturen. Der Apenburger, der den erkrankten Cheftreiber Volker Körber vertrat, musste am Ende des Trosses aufpassen, dass keine Ente zurückbleibt und verloren geht. Im Deutschlandtrikot, mit Sonnenhut auf dem Kopf und den Füßen im kühlen Wasser gab er alles und meisterte seine Aufgabe bravourös.

Kurz vor dem Ziel an der Kindertagesstätte wechselte die Führung im Minutentakt. Fast schien es so, dass keine der Enten über die Ziellinie wollte. Erst das Aufkommen von etwas Wind sorgte dafür, dass sich die Nummer 1122 losriss und ihrem Rennpaten, dem Hohenhenninger Horst Paarsch, den Sieg und den ersten Preis bescherte. Aber auch die „Besitzer“ der neun nächstplatzierten Enten durften sich über eine Prämie freuen.

Während die Schaulustigen anschließend zielstrebig das Bürgerhaus ansteuerten, wo kühle Getränke, Kaffee und Kuchen sowie ein Imbiss vom Grill warteten, hieß es für die Jüngsten noch einmal ran an den Start. Beim Kinderentenrennen durften sie jeweils mit einem Plastikflitzer auf verkürzter Strecke teilnehmen. Am Ende lag Lena Hardenbergs Ente mit der Nummer 1723 vorn.

Helmut Hardenberg zeigte sich trotz der strapaziösen Begleitumstände zufrieden mit der 21. Auflage der Traditionsveranstaltung. Der Renneinsatz von einem Euro pro Ente spülte 1.330 Euro in die Kasse. Die restlichen Enten bekamen die Käufer als Bonus beim Erwerb von jeweils zehn Tierchen gratis dazu.

Den Erlös der Veranstaltung teilen sich wie gewohnt die Kindertagesstätte Märchenburg und der Turn- und Sportverein (TuS) Apenburg. „Es kommt also alles einem guten Zweck zugute. Da muss man nicht traurig sein, wenn die eigene Ente weiter hinten im Feld landet“, meinte eine Zuschauerin. Und schließlich gibt es im nächsten August eine neue Chance auf den Sieg.

Quelle: Von Walter Mogk

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