Veranstalter hält Auflagen für „nicht machbar“

Im vergangenen Jahr die Terminkollision mit dem Gardelegener Hansefest, diesmal das Coronavirus: Erneut muss das mittelalterliche Burgfest in Apenburg abgesagt werden.

Von Walter Mogk VOLKSSTIMME

Apenburg l Lange hatte Burgfest-Cheforganisator Andreas Schwieger noch darauf gehofft, die zweitägige mittelalterliche Traditionsveranstaltung an der Alten Burg in Apenburg nicht absagen zu müssen. Schließlich gilt das Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern vorerst nur bis 31. August und das Burgfest, zu dem immer um die 3000 Gäste kommen, war für den 5. und 6. September geplant. Doch auch wenn die Veranstaltung genehmigt werden würde, wären die zu erwartenden Auflagen zum Schutz vor dem Corona-Virus für den Veranstalter kaum zu schaffen.

„Nach den aktuellen Hygienebestimmungen muss ein Abstand von 1,50 Meter zwischen den Menschen gewährleistet werden, Teilnehmerlisten sind zu führen und ein Mundschutz zu tragen“, erläuterte Schwieger, dessen gemeinnützige Gesellschaft Siegel von Apenburg das Burgfest veranstaltet. Von der Verbandsgemeinde, die sonst immer seine Veranstaltungen auf Antrag problemlos genehmigt habe, sei zudem der deutliche Hinweis gekommen, dass der Veranstalter für die Einhaltung haftet. „Das ist alles nicht machbar“, zeigte sich der Apenburger resigniert.

Auch eine Verschiebung des Termins oder ein Burg-Camp für die Jüngsten mit Kinderritterfest wie 2019 werde es nicht geben. „Kindern sind diese Regeln nicht vermittelbar“, meinte Andreas Schwieger. Für ihn sei gerade der Wegfall der Attraktionen für die kleinen Burgfest-Gäste besonders bitter.

Aber auch für die Künstler, Händler und weiteren Teilnehmer, die für das Burgfest engagiert werden sollten, sei die Situation schwierig. „Das ganze Wochenende habe ich mit ihnen telefoniert und geschrieben. Alle waren gefasst und viele hatten schon auf meinen Anruf gewartet“, berichtete Schwieger. Besonders den Künstlern gehe es derzeit aufgrund der coronabedingten Terminabsagen schlecht. „Manche stolpern über die bürokratischen Fallstricke und bekommen gar keine Hilfe, jobben auf dem Bau oder als Aufpasser in einem Zoo“, weiß der Apenburger zu berichten. Durch den Absagemarathon habe er einen „ziemlich genauen und sehr depressiven Eindruck unserer Kunst- und Kulturszene“ erhalten.

Zumindest einen Hoffnungsschimmer für alle Mittelalterbegeisterten gibt es aber: Das Apenburger Theaterteam, das immer das Burgfeststück aufführt, probt derzeit unter Einhaltung der Corona-Regeln unverdrossen weiter. Das fertige Schauspiel soll trotz der Burgfest-Absage zum ursprünglichen Termin am 5. und 6. September im Innenhof der Alten Burg präsentiert werden. Geplant ist an beiden Tagen jeweils eine Aufführung, an der zirka 40 bis 60 Besucher nach Voranmeldung teilnehmen können. „Je nachdem, was die Abstandsregeln hergeben“, erklärte Andreas Schwieger, der für die Schauspieltruppe die Pressearbeit macht.

Wie genau die Theateraufführungen ablaufen sollen, wird Mitte August entschieden. Auch was für ein Stück gezeigt wird, will Schwieger noch nicht verraten. Nur so viel: „Es ist ein tolles Stück entstanden, in dem zwei Geschichten aus dem Apenburger Umfeld verwoben werden. Es geht um Liebe, Geld und Intrigen und wir schreiben das Jahr 1380“.

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Nach dem großen Erfolg mit dem Grete-Minde-Stück zum letztjährigen Burgcamp, in dem der Justizmord in Tangermünde vor 400 Jahren thematisiert wurde, habe sich in Apenburg ein „regelrecht spielwütiges Team“ gebildet. „Das wollen wir erhalten und ausbauen“, zeigte sich Schwieger begeistert von dem Engagement der Hobby-Schauspieler.

Wie es mit dem Burgfest weiter gehen soll, das nach der Absage wegen Terminkollision mit dem Gardelegener Hansefest 2019 bereits zum zweiten Mal hintereinander ausfällt, soll Ende September entschieden werden. Dann ist auch geplant, den Dankeschönabend für das Burgcamp nachzuholen. „Es ist wieder ein schöner Film entstanden, und die vielen Helfer haben es sich verdient“, meinte Schwieger.

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