Apenburger Hobbyschauspieler wollen neues Mittelalterstück in der Alten Burg aufführen

Auch wenn es diesmal erneut kein Burgfest in Apenburg gibt, auf die Aufführung des beliebten mittelalterlichen Theaterstücks braucht niemand verzichten. Die Hobbyschauspieler proben bereits eifrig für ihren Auftritt.

Daniel Mulorz (links) als Kaufmannssohn und Sven Schüler als Pfarrer Bartholomäus üben ihre Szene im Innenhof der Alten Burg. Das mittelalterliche Kriminalstück soll am 5. und 6. September aufgeführt werden. Fotos: Walter Mogk VOLKSSTIMME

penburg l Das Apenburger Burgfest am 5./6. September musste zwar Corona weichen, ein Mittelalterspektakel wird es an beiden Tagen aber trotzdem geben. Und zwar als Theateraufführung im Innenhof der Alten Burg. Mit dem Stück „Das Sühnekreuz“ bringen die Laienschauspieler des Apenburger Burgtheaters einen aufwändig gestalteten Mittelalterkrimi auf die Bühne, der am Sonnabend und Sonntag jeweils um 15 Uhr zu erleben ist.

Nachdem die Theatergruppe, zu der in diesem Jahr 20 Darsteller im Alter von 6 bis 80 Jahren gehören, 2019 schon mit dem Stück „Grete Minde“ an der Burg glänzte und viel Applaus bekam, wollte sie unbedingt weitermachen. Deshalb wurde intensiv nach einem neuen Stoff gesucht, der möglichst etwas mit Apenburg zu tun haben sollte und im Mittelalter spielt. Kein leichtes Unterfangen, schließlich waren die meisten Themen durch die Aufführungen vergangener Burgfeste erschöpft.

Jeweils 68 Zuschauer auf fest vergebenen Plätzen

Doch da fielen den Organisatoren die Geschichten vom Sühnekreuz bei Rittleben, wo 1693 ein gräflich-schulenburgscher Jäger durch einen Wilderer getötet wurde, und vom angeblichen Schulenburgschen Kindestausch in die Hände. Beides spielte nicht im Mittelalter. Doch der Apenburgerin Kerstin Kliep ist es gelungen, die Geschichten zu einer neuen, vollends erfundenen Story zu verknüpfen und in das Jahr 1380 zu versetzen.

Im Januar stand das Drehbuch und die Schauspieler waren sofort Feuer und Flamme. Alle wollten mitmachen und bekamen die entsprechende Rolle auf den Leib geschneidert. So spielt der Apenburger Sven Schüler den Pfarrer Bartholomäus, Volker Körber den Medicus und auch andere bekannte Personen sind mit dabei. Dazu kommen jede Menge Komparsen, die Crew hinter den Kulissen und die routinierten Schauspieler-Ponys aus Klein Apenburg, die in diesem Jahr Konkurrenz durch zwei Kamerun-Schafe bekommen.

Der Aufruf der Organisatoren, eine alte Mistkarre als Requisite für die Marktszene zur Verfügung zu stellen, war erfolgreich. Gleich mehrere Exemplare wurden im Burghof abgeliefert. Fotos: Walter Mogk VOLKSSTIMME

Da die Corona-Pandemie den Proben-Zeitplan arg ins Wanken brachte, wird derzeit umso mehr geübt. Mehrmals in der Woche treffen sich die Akteure in kleinen Gruppen im Burghof. Weil das Stück fast zwei Stunden dauert, sind lange Textpassagen einzustudieren. „Es wird intensiv gelernt, geprobt, genäht, gebaut – die Mitwirkenden opfern seit einigen Wochen viel Zeit für das Ereignis“, zeigt sich Burgfest-Organisator Andreas Schwieger voll des Lobes. Die Grundidee lautet letztlich: Apenburger machen Theater für Apenburger.

Gespielt wird aber nicht nur auf der Bühne. Die Schauplätze sind vielmehr im Burghof verteilt – von der kleinen Kapelle über einen kleinen Markt bis zur Hütte der Tagelöhner.

Wegen Corona musste Andreas Schwieger beim Kreis-Ordnungsamt ein umfassendes Hygienekonzept für die Veranstaltung einreichen, das auch genehmigt wurde. Dieses sieht die Voranmeldung und die Zuordnung von nummerierten Plätzen für jeden Besucher vor (siehe Infokasten) „Nicht angemeldete Besucher müssen leider abgewiesen werden“, bittet der Apenburger um Verständnis. Der Zuschauerbereich sei ausgelegt für maximal 68 Einzelpersonen oder mehr durch Bildung von Sitzinseln – jeweils mit einem Abstand von 1,5 Metern. Da zwei Aufführungen geplant sind, könnte die Besucherzahl von „Grete Minde“ 2019 (etwa 200) auch diesmal erreicht werden. Vom Einlass bis zum Sitzplatz besteht Maskenpflicht. Eine Pausenversorgung wird vor der Burg organisiert. Hierfür sollte möglichst passend gezahlt werden, denn es werden nur desinfizierte Münzen als Wechselgeld ausgegeben.

Von Walter Mogk VOLKSSTIMME

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