Schaufenster-Modellbahn von Andreas Schwieger dreht in Apenburg wieder ihre Runden

#Apenburg – Die Apenburger Schaufenster-Eisenbahn am Dorfplatz rollt wieder durch die Adventszeit. Kürzlich gab es am Bahnsteig sogar tierischen Besuch: Ein junger Kater, geboren im April vergangenen Jahres, wohnt in der Badeler Straße 62 und heißt Karli. Wenn Kinder die Treppe zur Eisenbahn erobern und fleißig den 2,5-Minuten-Zeitschalter drücken, kann es vorkommen, dass sich Karli regelrecht vordrängelt. Er versucht, die Bahn an der Schaufensterscheibe regelrecht mit seiner Pfote zu fangen. „Ob er die Lok mit einer Maus verwechselt, oder ob er auch schon ein echter Modelleisenbahner ist?“, fragt sich Initiator, Hausherr und Modellbahner Andreas Schwieger lachend.

Die Eisenbahn im Schaufenster rollt wieder durch den Advent. Seit zehn Jahren verzaubert Andreas Schwieger damit die Kinder-Herzen in Apenburg. Aber auch Vierbeiner interessieren sich für die umher flitzenden Züge. Kater Karli ist von der Schaufensterscheibe kaum wegzubekommen und spielt mit der Lokomotive Fangen. © Kai Zuber (3)

Jeden Tag werden die Züge getauscht

Hier noch ein „gefürchteter“ alter Meisterspruch, den der Tüftler für sich immer wieder auf seiner Werkstattbahn hinter dem Schaufenster erlebt, wenn die Loks nach gewissen Runden nicht mehr wollen: „Am Fett kann es nicht gelegen haben – war keins dran“. Hintergrund: Die „Kälte-Brücke“ direkt am Schaufenster setzt der filigranen Technik sehr zu. „Aber als gelernter Fernmeldemechaniker bekomme ich es immer wieder hin gepfriemelt und es macht sogar Spaß“, schmunzelt der Hausherr.

Geschäftiges Treiben: So sieht die Apenburger Modellbahnwelt von hinten aus.

Jeden Tag wechselt Andreas Schwieger das fahrende Material aus, damit sich immer wieder ein Besuch an seinem legendären Schaufenster lohnt. Mal ist ein Güterzug mit Diesellok zu sehen, einen anderen Tag sind es Dampfloks mit einem langen Personenzug. Dank älterer Modelleisenbahner, die für Andreas Schwieger ihre verstaubten Schätze vom Dachboden holten und dem Senior übergeben haben, kann er den Kindern täglich etwas Neues bieten. „Erstaunlich, wie im iPhone- und TikTok-Zeitalter sich so was noch behaupten kann“, wundert sich Schwieger immer wieder. Umso größer ist natürlich seine Freude, dass seine Miniaturwelt bei Jung und Alt so gut ankommt.

Hausherr Andreas Schwieger (r.) erklärt kleinen und großen Gästen gerne seine Modellbahn-Tüfteleien.

Spätestens am 5. Januar geht die Anlage wieder schlafen, um pünktlich zum 1. Dezember 2026 die Kinderherzen wieder höher schlagen zu lassen – großes Modelleisenbahner-Ehrenwort. Das alles geschieht im Vermächtnis von Alfred Dreißig, der in den 1960er-Jahren gegenüber dem heutigen Apenburger EDEKA-Markt einen kleinen Fahrrad-Technik-Laden betrieb und in seinem Schaufenster zur Weihnachtszeit ebenfalls eine Modelleisenbahn ihre Runden drehen ließ. Andreas Schwieger, das „Kind von damals“, hat vor nunmehr schon zehn Jahren die Idee wieder aufgegriffen.

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