Planer und Baufirma stehen bei Einwohnerversammlung in Altensalzwedel Rede und Antwort

Am 3. August soll der Brückenneubau über die Purnitz bei Altensalzwedel starten. Über den Ablauf wurden die Einwohner während einer von der Gemeinde einberufenen Versammlung informiert.

Die marode Purnitz-Brücke bei Altensalzwedel wird ebenso wie ihr daneben stehendes Pendant, das über einen Graben führt, demnächst abgerissen. Stattdessen soll ein gemeinsames Brückenbauwerk errichtet werden. Während der einjährigen Bauzeit ist die Verbindung von Altensalzwedel nach Saalfeld nicht zu passieren. Fotos: Walter Mogk VOLKSSTIMME

#Altensalzwedel l Eigentlich ist der geplante Neubau der Purnitz-Brücke bei Altensalzwedel Sache des Altmarkkreises als Baulastträger der Kreisstraße, die über das Bauwerk führt. Und so hätte dieser eigentlich die Einwohner von Altensalzwedel und Saalfeld über das Vorhaben und die damit zusammenhängenden Einschränkungen informieren müssen, zumal durch den Brückenbau die Verbindung zwischen beiden Nachbarorten für ein Jahr unterbrochen sein wird. Doch auf eine Infoveranstaltung warteten Bürger und Gemeinde bisher vergeblich. „Auch wir haben von dem fertigen Projekt und dass es jetzt los geht, erst aus der Zeitung erfahren. Das kann eigentlich nicht sein. Wir sind null beteiligt worden und mit vielen Punkten nicht glücklich“, erklärte Bürgermeisterin Ninett Schneider während einer Einwohnerversammlung, die die Gemeinde am Dienstagabend kurzerhand in Altensalzwedel einberufen hatte.

Muscheln müssen vorher umgesetzt werden

Mit dabei waren auch der Planer des Vorhabens und ein Vertreter der beauftragten Magdeburger Brückenbaufirma, die den Ablauf der Bauarbeiten erläuterten. Diese sollen am 3. August beginnen und sich voraussichtlich bis September 2021 hinziehen. Grund für die lange Bauzeit sind neben den ungünstigen Baugrundverhältnissen vor allem naturschutz- und wasserrechtliche Vorgaben, die umgesetzt werden müssen. So muss das Flussbett im Baubereich zuvor trockengelegt und nach Muscheln abgesucht werden. Erst nach deren Umsetzung kann der Abriss der alten Purnitz-Brücke und der daneben stehenden Grabenüberquerung starten.

Vom Planer erhielten die Altensalzwedeler und Saalfelder am Dienstag Einblicke in den Bauablauf. Fotos: Walter Mogk VOLKSSTIMME

Anstelle der beiden alten Brücken soll eine neue entstehen, die 60 Tonnen Tragkraft hat. Bisher ist die Überfahrt aufgrund der Baufälligkeit der Brücke eingeengt und nur für Fahrzeuge bis 16 Tonnen zulässig. „Das und die Tempobegrenzung auf 30 Stundenkilometer hat der Kreis als Notmaßnahme veranlasst. Das Bauwerk hat seine Lebensdauer erreicht und muss ersetzt werden“, erklärte der Planer. Die Nachfrage eines Einwohners, ob das Bauwerk nicht hätte repariert werden können, verneinte er. Das Problem sei, dass die Brücke damals nicht für die Lasten gebaut wurde, die heute über sie rollen müssen. Wenn eine Prüfung ergeben sollte, dass die Tragfähigkeit nicht mehr gegeben ist, werde dem Kreis letztlich nichts anderes übrig bleiben, als das Bauwerk zu sperren. Dem solle durch den Neubau vorgebeugt werden.

In den ersten Wochen und Monaten nach dem Abriss der alten Brücke werde man noch nicht viel sehen. „Da verbauen wir erst einmal eine ganze Menge Geld in den Boden“, so der Planer. Stahlspundwände werden in den Untergrund getrieben und eine Grabenquerung erneuert. Anschließend sollen mehrere Großbohrpfähle 15 Meter tief verankert werden. Um Bauzeit zu sparen, werden die Brückenträger aus Beton als Fertigteile parallel in einem Werk gefertigt, maßgeschneidert für die Anforderungen vor Ort. Nach Einschätzung des Bauleiters werden sie etwa im Dezember fertig sein.

Unter dem neuen Bauwerk soll so viel Platz gelassen werden, damit eine spätere Neuordnung der Gewässerverläufe, die geplant ist, problemlos möglich wird. Zudem werden 38 Schwalbennester an der neuen Brücke befestigt, nachdem bei einem Vor-Ort-Termin entdeckt wurde, dass Rauchschwalben an der alten Überquerung ihr Zuhause gebaut haben.

Um von Altensalzwedel nach Saalfeld zu gelangen, müssen die Einwohner während der Bauphase lange Umwege über Mahlsdorf, Kricheldorf und Kuhfelde auf sich nehmen. Das hat auch Auswirkungen auf die Kinderbetreuung. So fragte eine Saalfelder Mutter am Dienstagabend an, ob es nicht möglich wäre, ihr Kind statt in der Altensalzwedeler für ein Jahr in der Apenburger oder Winterfelder Kita anzumelden. „Wenn dort freie Plätze sind, sollte das nicht das Problem sein“, versprach Bürgermeisterin Ninett Schneider, sich bei der Verbandsgemeinde als Träger für eine solche Lösung einzusetzen.

Die Ortschefin appellierte an die Einwohner, das Beste aus der Situation zu machen und bei Problemen die direkte Kommunikation zu nutzen. „Es wird für alle ein schwieriges Jahr, aber an der Baumaßnahme gibt es jetzt nichts mehr zu rütteln“, erklärte Ninett Schneider.

Von Walter Mogk VOLKSSTIMME

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